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„Der Cent macht’s!“ – Protest für gentechnikfreie Milch
„Der Cent macht’s!“ – Protest für gentechnikfreie Milch

11.02.2009 | Anja Frakstein

Am 29.11.08 haben sich in ganz Deutschland Greenpeace-Gruppen aufgemacht um für die Umstellung großer Molkereien auf eine gentechnikfreie Fütterung zu demonstrieren. In insgesamt 26 Städten hieß es daher: „Der Cent macht’s!“, denn nicht mehr als einen Cent pro Liter Milch würde die Umstellung auf eine gentechnikfreie Fütterung kosten. Wir wollen den großen Molkereien wie „Bärenmarke“ und „Weihenstephan“ zeigen, dass die Bürger bereit sind, 1 Cent mehr pro Liter Milch zu zahlen, wenn diese dann garantiert ohne gentechnisch verändertes Futtermittel hergestellt worden ist.

Deswegen haben sich Umweltschützer der Greenpeace Gruppe Hannover vor einem Real-Markt in Linden platziert und den Bürgern und Bürgerinnen die Frage gestellt: “Wären Sie bereit, einen Cent mehr für Milch ohne Gentechnik zu zahlen?“ Zur Anschauung wurden Milchpackungen mit und ohne dem Siegel „Ohne Gentechnik“ gezeigt. Und siehe da: viele waren sofort dabei und kramten in ihren Portemonnaie nach einem Cent-Stück. Den Cent konnten sie symbolisch in vorbereiteten Protestbriefen an die Molkereien stecken, die später von der Greenpeace-Gruppe verschickt wurden.

Das rege Interesse und die hohe Teilnehmerquote an der Aktion spiegeln die klare Ablehnung der Verbraucher in Deutschland gegenüber Gentechnik wieder: bei einer von GfK durchgeführten unabhängigen Umfrage kam heraus, dass 64,7% der Bevölkerung bevorzugt Produkte kaufen würden, die als gentechnikfrei gekennzeichnet sind. Sogar 80,3% der Befragten wären bereit, mehr Geld für gentechnikfreie Produkte zu bezahlen.

Hintergrund der Aktion: Nach erfolgreichen Protesten von Greenpeace hat die Molkerei „Landliebe“ ihre Produktion umgestellt: sie bezahlt den Landwirten einen Cent pro Liter Milch mehr und bekommt dafür von ihnen garantiert, dass die Kühe nur noch gentechnikfreies Futtermittel bekommen. Außerdem wird nur noch Futtermittel aus Europa verwendet, womit die weitere Urwaldzerstörung durch Soja-Anbau verhindert wird. Die Kennzeichnung der Landliebe-Milch mit dem Label „Ohne Gentechnik“ wurde im Oktober-November diesen Jahres umgesetzt, Joghurts und Desserts werden ab April 2009 gekennzeichnet.

Greenpeace weist auf die noch unbekannten Risiken der Gentechnik hin. Im November letzten Jahres wurde von der Universitätsklinik Wien eine Kurzzeitstudie veröffentlicht, in der Mäuse mit gentechnisch-verändertem Gen-Mais und welche mit nicht gentechnischen verändertem Futter gefüttert wurden. Hierbei stellte sich heraus, dass die Fruchtbarkeit der Mäuse, die das gentechnisch veränderte Futter bekamen, nachließ.
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