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Fehler von HannoverGEN dürfen sich nicht wiederholen!
Fehler von HannoverGEN dürfen sich nicht wiederholen!

28.05.2013 | David Petersen

Ministerpräsident Stephan Weil und Kultusministerin Frauke Heiligenstadt (beide SPD) haben am 24.05. das Gentechnik-Labor an der Wilhelm-Raabe-Schule in Hannover besucht. Greenpeace Hannover und das Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Niedersachsen, Bremen und Hamburg nehmen dies zum Anlass, zu den aktuellen Entwicklungen Stellung zu beziehen.

Die unabhängige Umweltschutzorganisation und das Bündnis begrüßen die Beendigung des umstrittenen Projektes HannoverGEN, sowie die Prüfung und Entwicklung eines neuen Unterrichtskonzeptes und die Einrichtung einer dafür zuständigen Arbeitsgruppe im Kultusministerium.

Debatte über moderne Bildung und Lobbyismus an Schulen notwendig

Eine öffentliche und ergebnisoffene Diskussion über Voraussetzungen und Möglichkeiten modernen Unterrichts könnte darüber hinaus entscheidende Impulse liefern. Zukünftig ist ein besserer und sensiblerer Umgang mit Lobbyismus an Schulen dringend notwendig. Eine mögliche Basis bietet das Diskussionspapier „Lobbyismus an Schulen“ der Organisation LobbyControl.

Die Beendigung von HannoverGEN hat teilweise sehr harsche Reaktionen hervorgerufen. Insbesondere Gentechnik-Befürworter hatten unterstellt, dass Bildungsfreiheit beschnitten würde. Betroffene Schüler und Lehrer sorgten sich hingegen um eine moderne Ausstattung ihrer Schulen.

 „Wir haben von Anfang an klar gemacht, dass eine moderne und ausgewogene Bildung unerlässlich ist“, so David Petersen von Greenpeace Hannover. „Dazu zählt auch der Einsatz von experimentellem Unterricht. Eine einseitige Ausrichtung zu Gunsten einzelner Industrie- und Konzerninteressen, wie im Falle von HannoverGEN, ist allerdings nicht akzeptabel. Eine industrienahe Ausrichtung widerspricht dem Interesse einer unabhängigen Bildung, wie auch kritischer und aufgeklärter Bürger“, mahnt Petersen.

„Die Beendigung von HannoverGEN ist daher folgerichtig, denn mit dem Projekt wurde eine sehr industriefreundliche Sichtweise auf die Gentechnik vermittelt, die Gentechnik-Befürworter waren maßgeblich beteiligt – auch an der Erstellung von Unterrichtsmaterialien“, resümiert Annemarie Volling vom Bündnis für gentechnikfreie Landwirtschaft Nds, HB und HH. „Wir sollten die Meinungsbildung in den Schulen nicht der Gentechnik-Lobby überlassen, die versucht Akzeptanzbeschaffung für eine umstrittene Risikotechnologie zu betreiben, obwohl Gentechnik in der Landwirtschaft weder von VerbraucherInnen, noch BäuerInnen in Deutschland gewollt wird. Die Politik muss ihrer Verantwortung gerecht werden und für entsprechende Investitionen in Bildung sorgen und sicherstellen, dass keine einseitige Ausrichtung vorliegt,“ so Volling.

Schulausschuss für Beendigung von HannoverGEN und modernen Unterricht

Vor kurzem beschäftigte sich auch der Schulausschuss der Stadt Hannover mit dem umstrittenen Thema. Dort wurde einem Änderungsantrag der Eltern-, Schüler- und Lehrkräfte-VertreterInnen zugestimmt, indem u.a. festgestellt wird: „Aufgrund berechtigter Kritik wird das bisherige Projekt zum Sommer beendet. Allerdings ist eine sinnvolle Nachnutzung der teuren Einrichtung vorzunehmen" (Antrags-Nr. 0974/2013, 23.04.13). Der ursprüngliche Antrag der CDU-Fraktion für eine Fortsetzung von HannoverGEN wurde damit klar abgelehnt. Die rot-grüne Landesregierung hat ebenfalls den Erhalt der Laborausrüstung zugesichert.

HannoverGEN kein Einzelfall?

Nach aktuellen Medienberichten, z.B. von Frontal21 und der TAZ, ist HannoverGEN kein Einzelfall. In der Vergangenheit wurden ähnlich industriefreundliche Schulprojekte gezielt von der damaligen Landesregierung unter Christian Wulff (CDU) gefördert.


Hintergrund: HannoverGEN

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