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Gegen Gentechnik auf der Infa
Gegen Gentechnik auf der Infa

15.11.2007 | Tonja Mannstedt

Vom 16. bis 24. Oktober fand auf dem Messegelände in Hannover wieder die Verbrauchermesse Infa statt. Die Greenpeace-Gruppe Hannover war neun Tage vor Ort, um Besucher über die Gefahren von Gentechnik in unserer Nahrung zu informieren. Neben zahlreichen Broschüren konnten Besucher am Greenpeace-Stand den Einkaufsratgeber des Greenpeace-EinkaufNetzes kostenlos erhalten und den Appell zur dringenden Kennzeichnung der tierischen Produkte unterschreiben.

Hintergrund
Der deutsche Lebensmittelmarkt ist praktisch gentechnikfrei. Jedoch werden große Mengen gentechnisch veränderter Pflanzen zu Tierfutter verarbeitet. Hier hat die neue Kennzeichnungsverordnung eine gravierende Lücke. Denn wenn Kühe, Hühner oder Schweine mit Gen-Pflanzen gefüttert werden, müssen deren Produkte nicht gekennzeichnet sein. Der bewusst in Unwissenheit gehaltene Verbraucher finanziert also mit dem Kauf von Milch, Eiern oder Wurst den weltweiten Anbau von Gen-Pflanzen. Diese Gesetzeslücke muss geschlossen werden, denn die Risikotechnologie ist eine Gefahr für die Umwelt. Durch die Übertragung von Genen über Artgrenzen hinweg kann es zu unerwünschten Effekten kommen. Sind die manipulierten Pflanzen einmal freigesetzt, können sie sich unkontrolliert verbreiten. Dabei sind gesundheitliche Risiken nicht ausgeschlossen.

Im Greenpeace-EinkaufsNetz sind bereits 30.000 kritische Verbraucher aktiv. Sie engagieren sich gemeinsam mit Greenpeace für bessere Lebensmittel. Verbraucher haben Macht am Markt. Bewusster Konsum ist mehr als der Blick auf die Inhaltsstoffe. Beim EinkaufsNetz gibt es neben der Information über Produkte und Herstellungsweisen auch vielfältige Mitmachaktionen, die Qualität von Produkten zu verbessern.

Neun Tage lang hat die Greenpeace-Gruppe Hannover auf der Infa Besucher über gentechnikfreie Produkte informiert. Die Messe für Haushalt und Ernährung zählte auch in diesen Jahr wieder 250.000 Besucher. Am Greenpeace-Stand konnten sich Interessierte vom 16. bis 24. Oktober an der Unterschriftenaktion des Greenpeace-EinkaufsNetzes für die Kennzeichnung von tierischen Produkten beteiligen und ihre Unterschrift gegen Gentechnik leisten. Die Unterschriften sollen der EU präsentiert werden. Denn Verbraucher lehnen Gentechnik mehrheitlich ab.

Der Greenpeace-Stand war in eine grüne und rote Zone unterteilt: In den grün gekennzeichneten Regalen standen Lebensmittel-produkte wie Hipp-Babybrei, Ritter-Sport-Schokolade oder Gutfried-Fleischwaren, die keine gentechnisch veränderten Inhaltstoffe enthalten. Rot waren hingegen jene Regale markiert, in denen Produkte standen, die mit Hilfe von gentechnisch veränderten Organismen herstellt wurden. Dazu zählen nicht nur Gen-Sojaöl oder -Maisstärke, sondern auch Produkte von Tieren wie Eier und Milch, die mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert wurden. Viele Verbraucher waren überrascht, dass ihre Lieblingsmarke im roten Gentechnik-Regal stand.


Millionen Exemplare des Greenpeace-Einkaufsratgebers Essen ohne Gentechnik sind bereits gedruckt und an umweltbewußte Verbraucher verteilt worden. Auch am Greenpeace-Stand auf der Infa war der Ratgeber eine begehrte Ware. Er gibt nicht nur Auskunft über gentechnikfreie Lebensmittelprodukte, sondern vor allem über die Verwendung von Gentechnik im Tierfutter. Denn diese Information suchen Verbraucher trotz der Gentechnik-Kennzeichnungspflicht auf der Zutatenliste von tierischen Produkten vergeblich. Mit der Greenpeace-Ratgeber erhalten sie hingegen eine Einkaufshilfe, wenn sie Produkte vermeiden wollen, die mit Gen-Pflanzen produziert wurden. Über 450 Firmen wurden befragt.

Obwohl das Thema Gentechnik bereits seit Jahren heiß diskutiert wird, sind viele Verbraucher verunsichert, weil wichtige Produkte wie Fleisch und Käse nicht gekennzeichnet sind. Aktive vom Team50Plus klären Messebesucher auf.

Für das Thema Gentechnik interessieren sich junge Menschen, Familien und ältere Verbraucher gleichermaßen. Vor allem Mütter wollten wissen, was sie ihren Kindern mit gutem Gewissen zu essen geben können. Im Einkaufsratgeber finden Verbraucher eine eigene Rubrik für Babynahrung.

Ergebnis
Die Infa war ein voller Erfolg: Die Greenpeace-Gruppe Hannover sammelte 1.700 Unterschriften gegen Gentechnik im Tierfutter und verteilte über 14.500 Einkaufsratgeber an interessierte Verbraucher. Die acht Greenpeacer am Stand waren sehr zufrieden mit den angeregten Gesprächen und dem Interesse vieler Messe-Besucher am Thema Gentechnik. Die Gruppe konnte auch erfolgreich neue Mitglieder werben und die Gründung eines neuen Team50Plus in Hannover vorantreiben.
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