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Greenpeace protestiert gegen Ölbohrungen in der Arktis
Greenpeace protestiert gegen Ölbohrungen in der Arktis

21.05.2012 | Oliver Langer

Am 20. Mai 2012 beteiligte sich auch Greenpeace Hannover bei schönstem Sonnenschein am Autofreien Sonntag, welcher dieses Jahr zum fünften mal in Hannovers Innenstadt stattfand, und forderte, dass Shell sein Engagement in der Arktis nach Öl zu bohren, aufgeben solle.

Mit einer Produktion von mehr als drei Millionen Barrel Öl sowie Gas pro Tag ist Shell eines der größten Unternehmen der Welt und setzt als einer der ersten Energiekonzerne seine Strategie mit umfangreichen Erdölerkundungen in arktischen Gewässern um. Shell vergleicht diese Vorreiterrolle gerne mit der ersten Mondlandung und sieht die Arktis als ein Erdölfördergebiet der Zukunft, denn dort werden immense, bislang ungenutzte Ölvorkommen vermutet. Gleichzeitig wäre ein Ölunfall für das dortige Ökosystem nur schwer verkraftbar, da dieses sehr sensibel reagiert. Die meiste Zeit des Jahres ist die Region mit Meereis bedeckt und in dichte Nebelbänke gehüllt, dabei toben heftige Stürme und die Temperatur sinkt weit unter null Grad Celsius. Eine Ölkatastrophe hätte fatale Auswirkungen auf die lokale Tier- und Pflanzenwelt, sowie auf die Fischerei: Dort leben u.a. Eisbären, verschiedene Robbenarten, Grönlandwale, Vögel und zahlreiche Fischarten. Ölverschmutzungen würden wegen der kalten Temperaturen jedoch nur sehr langsam auf natürlichem Wege abgebaut. Daher verteilten die Greenpeace-Aktivisten rund 500 Protestpostkarten an die Passanten. Mit diesen wird der Vorsitzende der Geschäftsführung von Shell, Herr Dr. Peter Blauwhoff, aufgefordert, die Pläne für die Ölbohrungen in der Arktis sofort aufzugeben.

Zusätzlich wurde darauf aufmerksam gemacht, was es für das Klima bedeuten würde, weitere fossile Energiefelder zu erschließen und zu nutzen. Auch der Verkehr hat an Klimawandel und globaler Erderwärmung mit all seinen Folgen einen hohen Anteil: 670 Millionen Tonnen Öl verbraucht die EU Jahr für Jahr, über ein Viertel davon allein beim automobilen Verkehr – Tendenz steigend. Daher fordert Greenpeace strengere gesetzliche Vorgaben für den Benzinverbrauch und den CO2-Ausstoß von Neuwagen und ein Stopp von Ölforderungen aus besonders riskanten Quellen wie der Tiefsee oder dem arktischen Meer!

Warum ausgerechnet während des Autofreien Sonntags in Hannover, wo die Menschen doch auch ohne Auto anreisen sollten, auf den vielbefahrenen Straßenbahnlinien vier und fünf eine Großbaustelle eingerichtet wurde und mit einem Omnibusersatzverkehr belegt wurde, bleibt vermutlich ein Geheimnis der hierfür Verantwortlichen.

Weitere Fotos dieser Aktion sind hier zu sehen.

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