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H&M - Schluss mit "schmutziger" Wäsche!
H&M - Schluss mit "schmutziger" Wäsche!

15.09.2011 | David Petersen

Heute haben sieben Aktivisten von Greenpeace Hannover „schmutzige" Wäsche vor der H&M-Filiale in der Georgstraße 14 aufgehängt. Auch für H&M-Textilien werden nach Untersuchungen von Greenpeace gefährliche Chemikalien verwendet, die Umweltprobleme in den Herstellungsländern verursachen.

90% der weltweit verkauften Bekleidung werden in Billiglohnländern produziert

Die Umweltauflagen sind dort häufig gering und unzureichend. Die großen Textilmarken lassen Produkte dabei mehrmals waschen, bevor sie in die Geschäfte kommen. In T-Shirts und Trikots sollen sich möglichst wenige Rückstände der etwa 3000 Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können. Für ein Kilo Stoff werden so bis zu 100 Liter Wasser verbraucht.

Nonylphenolethoxylate in H&M-Textilien

Mit 377 Filialen ist Deutschland weltweit der wichtigste Markt für H&M. Das schwedische Unternehmen besitzt nach eigenen Angaben keine eigenen Fabriken, arbeitet aber mit 700 Zulieferern in Europa und Asien zusammen. Diese Zulieferer sollen die von H&M geforderten Umweltstandards einhalten und gefährliche Chemikalien ausschließen. Auch Nonylphenole und dessen Ethoxylate stehen auf der von H&M veröffentlichten Liste für Chemikalien, die während der Produktion nicht zum Einsatz kommen dürfen.Dennoch wurde auch in H&M-Produkten NPE nachgewiesen. Die freiwillige Selbstverpflichtung scheint nicht zu greifen.

Greenpeace konnte in der Untersuchung „Schmutzige Wäsche 2“ nachweisen, dass H&M-Textilien Nonylphenolethoxylate (NPE) enthalten. NPE – aus denen Nonylphenol entsteht - werden bei der Textil-Herstellung eingesetzt und finden sich in geringen Rückständen auch im fertigen Textil. Sie werden in der Bekleidungsindustrie vielfältig genutzt, zum Beispiel während des Färbens. Sie gelangen als Nonylphenol in den Wasserkreislauf und reichern sich in der Nahrungskette an. Die hormonell wirksame Substanz wurde auch in menschlichem Gewebe nachgewiesen. In der EU ist die Anwendung von NPE seit 2003 weitgehend verboten.

Greenpeace Hannover überreichte daher seine Forderungen an die Filialleitung und informierte die Passanten. Verbraucher können online mit einer Protestkarte den Druck auf H&M erhöhen.

Greenpeace Hannover fordert von H&M:

  • eine transparente und verlässliche Deklaration ihrer Chemikalien vorzulegen
  • Risiko-Stoffe durch ungefährliche Alternativen zu ersetzen

Andere große Textilunternehmen wie Puma, Nike und Adidas haben bereits zugesichert, giftige Chemikalien aus der Produktion zu verbannen.


+++ UPDATE vom 20.09.2011 +++

H&M hat nun bekanntgegeben, künftig auf gefährliche Chemikalien in der Produktion zu verzichten. Damit verzeichnet die Greenpeace-Kampagne gegen Schmutzige Wäsche einen weiteren großen Erfolg.

H&M will in Zukunft offenlegen, welche Chemikalien aus Fabriken die für H&M produzieren, freigesetzt werden. Bis zum Jahr 2020 sollen alle gefährlichen Chemikalien zum Färben, Waschen, Bleichen und Bedrucken ausgelistet werden. Außerdem will H&M den Verzicht auf gesundheitsgefährdende Chemikalien innerhalb der Bekleidungsindustrie vorantreiben. Ob das tatsächlich auch passiert, wird von Greenpeace von Zeit zu Zeit überprüft. Weitere Infos...

Bericht von H1:

Mitmachen:
Zur Online-Protestkarte von Greenpeace

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