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Herr Gabriel, Kohlekraft stoppen!
Herr Gabriel, Kohlekraft stoppen!

12.11.2014 | David Petersen

Am Samstag haben Greenpeace und Campact bundesweit zu leuchtenden Protesten aufgerufen. In Hannover erinnerten etwa 120 Bürgerinnen und Bürger an Deutschlands Klimaschutz-Versprechen und forderten einen schrittweisen Kohleausstieg.

Mit Lichterketten hatten Greenpeace-Aktivisten auf dem Platz an der Marktkirche ein großes "CO2" und eine "Sonne" gelegt. Mit diesem symbolischen Bild wurde auf die Notwendigkeit einer Energiewende und eines geordneten Kohleausstiegs hingewiesen. Teilnehmerinnen und Teilnehmer hatten zur Unterstützung Laternen und Taschenlampen mitgebracht. Pia von der Greenpeace Jugend Hannover feuerte die Sprechchöre an, während zu Beginn Christoph Bautz von campact die aktuelle politische Situation schilderte.

>>> Jetzt Druck machen: Herr Gabriel, Kohlekraft abschalten! [Online-Aktion]

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UPDATE:

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Hintergrund: Deutschland droht sein Ziel zu verfehlen, den Ausstoß von CO2 bis zum Jahr 2020 um 40 Prozent gegenüber 1990 zu senken. Dies kann nur erreicht werden, wenn in den kommenden Jahren mehrere der besonders klimaschädlichen Kohlekraftwerke vom Netz gehen.

Bereits am 3. Dezember will Bundesumweltministerin Barbara Hendricks (SPD) das Aktionsprogramm Klimaschutz vorlegen. Es soll mit zusätzlichen Maßnahmen aus den Ministerien sicherstellen, dass Deutschland sein 40-Prozent-Reduktionsziel bis zum Jahr 2020 doch noch erreicht. Ein Großteil der noch fehlenden CO2-Einsparungen muss dabei aus dem Energiesektor kommen. „Wir werden Kohlekraftwerkskapazitäten abbauen müssen“, sagte Hendricks erst Anfang dieser Woche. Doch Energieminister Gabriel unternimmt bislang nichts.

Schrittweiser Kohleausstieg ungefährlich für die Versorgungssicherheit

Ein schrittweiser Ausstieg aus der Kohleverstromung in Deutschland wäre möglich, auch ohne dadurch die Versorgungssicherheit zu gefährden. Schon heute finden sich im deutschen Kraftwerkspark massive Überkapazitäten von etwa 10 Gigawatt, die meisten bei konventionellen Kohlekraftwerken. Zuletzt produzierten diese zu großen Teilen Exportstrom. Der steigende Anteil der Erneuerbaren Energien kann wegfallende Kohlekapazitäten schrittweise übernehmen. Damit eine solche ehrliche Energiewende planbar wird, braucht Deutschland einen geordneten Kohleausstieg.

Erst am vergangenen Wochenende hatte der Weltklimarat in Kopenhagen die Zusammenfassung seines fünften Klimareports vorgelegt. Ungewohnt deutlich mahnten die weltweit führenden Klimawissenschaftler darin, der Großteil der fossilen Energievorräte müsse unter der Erde bleiben, damit die Folgen des Klimawandels in beherrschbaren Grenzen gehalten werden können. Der Report ist die wissenschaftliche Grundlage für die Maßnahmen der Länder im Kampf gegen den Klimawandel. Auch der neue Klimavertrag, der Ende kommenden Jahres in Paris von den Staats- und Regierungschefs unterzeichnet werden soll, basiert auf diesem Report.

 

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