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Kommentar zu Artikel in Hannoversche Allgemeine Zeitung

16.04.2008 | Andreas Ehli

Zum Artikel -Greenpeace will Stadtwerke umstimmen- vom 15.04.2008 in der HAZ veröffentlichen wir folgenden Kommentar.

Stadtwerke Vorstand Herr Noske hat in der Tat richtig gesehen, dass die alten Kohlekraftwerke allmählich ersetzt werden müssen. In den nächsten 10 Jahren werden hier entscheidene Weichen gestellt.

Aber dieser Austausch der Altanlagen darf, wie von Greenpeace konsequent gefordert, nicht mit neuen modernen Kohlekraftwerken passieren. Jedes auch noch so moderne Kohlekraftwerk ist in der CO2-Bilanz im Vergleich mit den erneuerbaren Energien (EE) jetzt schon wieder ein Auslauf- statt Zukunftsmodell. Herr Noske verteidigt die Investition in Kohle mit dem Hinweis, dass eine etwaige Versorgungslücke mit den EE nicht zu schließen sei.

Die Vertreter von Greenpeace kennen diesen irreführenden Verweis auf die Techniklüge und vertreten Konzepte, bei denen das Märchen von der Versorgungslücke nicht besteht. Danach werden Strukturen geschaffen, die einen effizienteren Energieverbrauch bei gleich bleibendem Wohlstand ermöglichen. Das geht mit einer Abkehr von den zentralen Großkraftwerken, wie Staudinger und Moorburg, hin zu einer dezentralen Versorgungsstruktur. Dabei wird konsequent der Ausbau aller EE, Aufbau von schnell regelbaren Kraftwerken mit Kraft-Wärme-Koppelung und Entwicklung von Stromspeichertechnologien vorangetrieben. Durch ein intelligentes Lastmanagement sind diese vielen dezentralen Kraftwerke verbunden (virtuelle Kraftwerke) und gewährleisten zu jeder Zeit an jedem Ort eine sichere und zuverlässige Versorgung.

Newcomer-Firmen in der Energiebranche wie Solarworld und Schmack-Biogas zeigen die Machbarkeit. Dezentrale Versorgungsstrukturen schaffen regionale Arbeitsplätze bei zuverlässiger Versorgungssicherheit und Wirtschaftlichkeit.
Großkraftwerke mit Kohle und Atom vegetieren zu Auslaufmodellen. Jedes Großkraftwerk manifestiert die alten Strukturen für die nächsten 40 Jahren und wird den geschilderten Ausbau hinzu einer dezentralen Versorgung behindern. Damit wird wieder wertvolle Zeit vertan. So wird der Klimawandel uns schneller einholen als wir laufen können.
Der Verbraucher sollte hier endlich Farbe bekennen und Unternehmen, die wertvolle Zeit vergeuden und in klimaschädliche Projekte investieren, konsequent den Rücken kehren.

Henning Dick, Greenpeace Gruppe Hannover
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