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Leuchtender Protest für den Ausstieg aus Gorleben
Leuchtender Protest für den Ausstieg aus Gorleben

06.11.2011 | David Petersen

Greenpeace Hannover protestierte gestern abend auf dem Platz der Weltausstellung gegen den für das erste Adventswochenende geplanten Castortransport aus der französischen Plutoniumfabrik La Hague in das niedersächsische Gorleben. Der Castor wird dabei vermutlich auch wieder durch Wohngebiete in Hannover fahren.

Kein weiterer Castor nach Gorleben: Leuchtender Protest in 46 deutschen Städten

Greenpeace Hannover informierte über den geplanten Castortransport, die Gefahren und den Hintergrund zur Gorleben-Problematik. Dabei stießen wir auf großes Interesse und viel Unterstüzung bei den Passanten. Auch Medienvertreter - z.B. von der Hannoversche Allgemeine Zeitung, Neue Presse und dpa - waren vor Ort. Mit einem Plakat der möglichen Transportrouten machten wir zudem deutlich, dass der Castor wahrscheinlich auch dieses Jahr wieder (leider meist eher unbemerkt) durch Wohngebiete in Hannover fahren wird - wie z.B. im letzten Jahr.

Bei Einbruch der Dämmerung starteten wir dann unseren „Leuchtenden Protest“. Ein fast zwei Meter großes gelbes Advents-X war mit vier Kerzen bestückt und wurde von Windteelichtern, Fackeln und Atomfässern flankiert. Ein großes Banner mit der Aufschrift "Milliardengrab Gorleben - undicht, untauglich, ungeeignet" und Aktivisten in weißen Schutzanzügen forderten damit den Ausstieg aus dem geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben.

> Fotos der Aktion

Sei dabei: Großdemo am 26.November im Wendland

Es wurde aber nicht nur informiert, sondern auch für die Castor-Proteste im Wendland mobilisiert. Am 26.November ist in Dannenberg eine Großdemonstration geplant. Es wurde daher auch Auskunft zu Anlaufstellen für Übernachtung und Verpflegung gegeben.

HANNOVER: Busse werden u.a. von der BI Umweltschutz e.V. und dem Atomplenum Hannover organisiert und sind hier erhältlich:

  • BI Umweltschutz e.V., Stephanusstr. 25, 30449 Hannover, Tel: 0511/443303, Mail: info@biu-hannover.de | Öffnungszeiten: Mo-Do: 10-18 Uhr, Fr: 10-16 Uhr oder 
  • Wendland Kooperative, Lister Meile 48 (Zugang über Seumestraße 14), 30161 Hannover | Öffnungszeiten: Mo: 15-19, Di: 10-14, Mi+Do: 14-18, Fr: 13-18, Sa: 10-13

/// HINTERGRUND ///

Der Castor darf nicht rollen: Strahlung am Zwischenlager Gorleben zu hoch

Dieser Castortransport darf nicht nach Gorleben rollen, denn der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben wird in diesem Jahr überschritten. Die niedersächsische Landesregierung setzt sich hier über Recht und Gesetz hinweg.

Greenpeace hat vergangene Woche nachgewiesen, dass das zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler bei der Berechnung der Strahlengrenzwerte gemacht hat. Eine Analyse der unabhängigen Umweltschutzorganisation ergab für das Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des Grenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das Ministerium ignorierte allerdings diese Berechnungen und gab bekannt, dass der nächste Castortranport rollen dürfe. Bislang werden bereits 97 Castoren aus der Wiederaufarbeitung im Gorlebener Zwischenlager verwahrt, da in Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.

Jeder weitere Castor zementiert Gorleben als Endlagerstandort

Wenige Meter vom Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem ihrer Meinung nach möglichen Endlager im Salzstock Gorleben. Mit jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen. Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren. Unter dem Salzstock liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden. Trotzdem halten Atomindustrie und Politik seit über 30 Jahren an diesem Standort fest.

Am 24. November soll nun der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland starten. Die elf Castoren beinhalten ein Vielfaches an Radioaktivität wie bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt gelangt ist. Ab 2014 sollen außerdem weitere Transporte aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England) folgen.

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