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Pestizide schaden der Artenvielfalt
Pestizide schaden der Artenvielfalt

24.10.2015 | Ina Zerbin

Gegen den Einsatz von Pestiziden in der Produktion von Obst und Gemüse protestierten heute bundesweit Greenpeace-Aktivisten in 38 Städten. Wir informierten vorm Lidl an der Hildesheimer Str. und vorm Aldi an der Mozartstraße.

Mit Protestplakaten und Pestizidkanister mit Gefahrensymbolen wiesen wir auf die von Spritzmitteln ausgehenden Gefahren für Tiere und Pflanzen hin. Supermarktkunden konnten die Händler mit Protest-Postkarten auffordern, Waren ohne chemisch-synthetische Pestizide in der Produktionskette zu verkaufen. Die Postkarten wurden dann an die Supermärkte und Discounter überreicht.

Laut einer aktuellen forsa-Umfrage, gaben 81 Prozent der Befragten an, dass es ihnen „wichtig“ (25%) oder sogar „sehr wichtig“ (56%) ist, dass weniger chemisch-synthetische Pestizide in der Landwirtschaft eingesetzt werden – auch wenn in den Äpfeln im Laden kaum noch Rückstände enthalten sind. 55 Prozent der Befragten befürworten die Einführung einer „Pestizidsteuer“, also einer Pestizid-Abgabe für Landwirte und Pestizidindustrie. Diese könnte die vom Einsatz der Spritzmittel verursachten Kosten finanzieren, wie die Reinigung von Trinkwasser, zusätzliche Lebensmittelkontrollen oder auch die Förderung ökologischer Alternativen. Im Auftrag von Greenpeace befragte forsa im Oktober 2015 bundesweit 1.001 Personen.

 Äpfel nur gering belastet – Produktion mit immer mehr Agrargiften

Die Belastung von Äpfeln mit Pestiziden liegt in aller Regel unter gesetzlichen Grenzwerten. Aktuelle Greenpeace-Tests von in Deutschland angebauten und in großen Supermärkten gekauften Äpfeln ergaben: 88 Prozent der konventionellen Ware war mit Pestiziden belastet. Zwar lagen keine Werte über den Höchstmengen, doch 51 Prozent der konventionellen Äpfel enthielten Pestizidcocktails von zwei oder mehr Wirkstoffen. Die Wirkungen von solchen Gemischen sind weitgehend unbekannt. Alle getesteten Bio-Äpfel waren frei von Rückständen.

Greenpeace-Tests von Wasser, Boden und Pflanzenmaterial in deutschen Apfelplantagen in der Anbausaison 2015 belegen den hohen Einsatz von Pestiziden. Blätter von Apfelbäumen waren mit bis zu 11 verschiedenen Pestiziden belastet. Zur Ernte hin reduzieren Landwirte den Einsatz, um die Grenzwerte in den Äpfeln einzuhalten. Viele Supermärkte machen den Produzenten Vorgaben zu Rückständen in Obst und Gemüse. Sie haben jedoch keine wirksamen Programme, um Pestizide im Anbau zu reduzieren.


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