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Protest bei Lidl: Nein zu Gentechnik-Futter!
Protest bei Lidl: Nein zu Gentechnik-Futter!

12.04.2014 | David Petersen

In Hannover protestierten Greenpeace-Aktivisten heute bei Lidl in Döhren und der Südstadt gegen den Einsatz von Gentechnik-Futtermitteln beim Geflügel. Laut einer aktuellen Umfrage ist eine deutliche Mehrheit der Verbraucher gegen Gentechnik im Tierfutter – und auch bereit, dafür einen höheren Preis zu zahlen.

Vor den beiden Lidl-Märkten sprühten die Greenpeace-Aktivisten bunte Ostereier mit Sprühkreide auf den Boden. Zudem informieren die Aktivisten mit Aufstellern und Flyern über den möglichen Einsatz von Gentechnik bei Geflügelfleisch und Eiern von Lidl. Geflügel und Legehennen sollen ab sofort wieder mit Gentechnik-Futter gefüttert werden. Da es für solche Produkte keine Kennzeichnungspflicht gibt, unterstützt der Verbraucher so indirekt und unbemerkt - über Eier, Fleisch und Milch - die Gentechnik. Schon zu Ostern können Lidl-Eier mit Gentechnik-Futter, bei den Verbrauchern auf dem Tisch landen. Dagegen protestierten Greenpeace-Aktivisten heute in insgesamt 34 deutschen Städten.

Der Handel muss endlich aufhören, die eindeutigen Wünsche der Verbraucher zu ignorieren: Lidl, Aldi & Co. müssen jetzt handeln und ihre Produkte frei von Gentechnik halten!

Aktuelle Umfrage: Kennzeichnungspflicht für Gentechnik gefordert

Die Verbraucher wollen keine Gentechnik in ihrem Essen und sind auch bereit, mehr Geld dafür auszugeben. Das ergab eine repräsentative Umfrage, die das Forsa-Institut im Auftrag von Greenpeace im April 2014 erstellt hat. 79 Prozent der Befragten ist es wichtig oder sehr wichtig, dass Legehennen und Geflügel nicht mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden.

Fast alle Befragten, 93 Prozent, sind der Meinung, dass Geflügelfleisch und Eier gekennzeichnet werden sollten, wenn die Tiere mit gentechnisch veränderten Pflanzen gefüttert werden. Die große Mehrheit der Befragten ist nach eigenen Angaben auch bereit, mehr Geld für Geflügel und Eier auszugeben, wenn die Lebensmittel ohne Futter aus gentechnisch veränderten Pflanzen hergestellt wurden. 80 Prozent würden mehr als zehn Cent zusätzlich für ein gentechnikfreies Hähnchen ausgeben. 85 Prozent der Befragten würden mehr als einen Cent mehr für ein Ei ausgeben, wenn dieses ohne Gentechnik produziert wird. Mit diesen Mehrkosten, die die Verbraucher tragen würden, ist eine gentechnikfreie Produktion problemlos möglich.

Hintergrund: Der Zentralverband der deutschen Geflügelwirtschaft hatte im Februar angekündigt, genmanipuliertes Soja zur Fütterung von Hühnern einzusetzen. Angeblich stünde nicht mehr ausreichend gentechnikfreie Soja zur Verfügung. Dabei ist das Gegenteil der Fall: Im Vergleich zur Vorsaison gibt es nach Angaben des brasilianischen Verbandes der Produzenten gentechnikfreier Soja (Abrange) zehn Prozent mehr gentechnikfreie Soja.

Gentechnik in der Landwirtschaft ist mit einem hohen Einsatz von giftigen Spritzmitteln verbunden und steht für eine industrialisierte Landwirtschaft, die auf großflächige Monokulturen setzt, die Artenvielfalt zerstört und Böden und Wasser schädigt. Greenpeace fordert eine nachhaltige, ressourcenschonende Landwirtschaft und gesunde Lebensmittel für alle.

 




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