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Schluss mit dem Greenwashing bei G-Star!
Schluss mit dem Greenwashing bei G-Star!

25.08.2012 | David Petersen

Greenpeace Hannover protestierte heute in Sichtweite der Ernst-August-Galerie für eine giftfreie Textilienproduktion und gegen das Greenwashing von G-Star.

In dem Einkaufszentrum ist ein Flagshipstore von G-Star angesiedelt. Als Greenwashing (= Grünfärberei) werden gezielte Verbraucher-Täuschungsversuche bezeichnet, die dem Image des jeweiligen Unternehmens dienen sollen. Hierbei präsentiert sich ein Unternehmen als besonders "ökologisch" und "nachhaltig", obwohl dies nicht der Wirklichkeit entspricht. Daher klärten insgesamt acht Aktivisten von Greenpeace Hannover mit einer Info-Aktion über das Greenwashing von G-Star auf und informierten interessierte Passanten über die Hintergründe der Detox-Kampagne.

Bilanz: Wir konnten viele Gespräche mit Passanten führen, über vierhundert Flyer wurden verteilt und das Wetter zeigte sich von seiner sonnigen Seite. Zudem haben zwei Vertreter von Greenpeace Hannover gegen Ende der Aktion einen Brief an die Filialleitung im G-Star-Geschäft abgegeben (siehe Foto). Zahlreiche Passanten unterstützten dabei unsere Forderungen an G-Star mit ihrer Unterschrift.


Stoppt den Einsatz von giftigen Chemikalien in der Textilienproduktion!

Hintergrund: Mit der Kampagne „Detox“ engagiert sich Greenpeace für eine bessere Umweltbilanz von Textilien. H&M, C&A, Puma, Adidas, Nike und der chinesische Sportartikelhersteller Li-Ning haben bereits 2011 konkrete Pläne zur „Entgiftung“ ihrer Textilproduktion vorgelegt. Diese Unternehmen wollen bis 2020 alle giftigen Chemikalien aus ihrer Produktion verbannen.

G-Star hat sich im März 2012 dieser Allianz angeschlossen und im Mai eine Stellungnahme zum Einsatz von Chemie in Textilien veröffentlicht. Die vorgeschlagenen Maßnahmen zur Reduktion von Risiko-Chemikalien sind jedoch wenig ambitioniert und bleiben weit hinter dem Engagement anderer genannter Unternehmen zurück. Im Juli 2012 trat zudem Levis Strauss mit einem ähnlich schwachen Commitment der sogenannten Joint Roadmap bei.

Mangelnde Transparenz & fehlende Konsequenz bei G-Star

In der Öffentlichkeit präsentiert sich der niederländische Textilhersteller G-Star dennoch gerne betont umweltfreundlich. Zu unrecht: Im vergangenen Jahr hat die unabhängige Umweltschutzorganisation Greenpeace hormonähnliche Nonylphenolethoxylate (NPE) in Produkten der Jeans- und Modemarke nachgewiesen. NPE werden zum Färben und Waschen von Textilien verwendet. Aus NPE entsteht im Abwasser Nonylphenol, das Flüsse in China und anderen Herstellungsländern verschmutzt. Mit der Haushaltswäsche freigesetztes Nonylphenol gelangt in geringen Mengen auch in deutsche Gewässer. Welche weiteren Chemikalien G-Star bei der Produktion einsetzt, ist kaum bekannt.

G-Star Eigentümer und Geschäftsführer Jos von Tilburg wäre in der Lage dies zu klären und schwammige Aussagen durch konkrete Maßnahmen zu ersetzen. Leider hat er sich aber bisher einem persönlichen Gespräch mit Vertretern von Greenpeace verweigert.

Greenpeace fordert:

  • G-Star muss dem Beispiel anderer Unternehmen folgen und seine Chemikalienpolitik offenlegen. Die Menschen in den Herstellungsländern haben das Recht zu erfahren, welche Substanzen ihre Flüsse verschmutzen und ihre Gesundheit gefährden.
  • Alle umwelt- und gesundheitsschädlichen Produktionschemikalien sollten zudem zügig durch ungefährliche Alternativen ersetzt werden.

Weitere Informationen & Reports unter www.greenpeace.de/detox

 

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