Leuchtender Protest für den Ausstieg aus Gorleben

Greenpeace Hannover protestiert und informiert am Samstagabend von 16:00 bis 20:00 Uhr auf dem Platz der Weltausstellung in der Innenstadt von Hannover über den geplanten Castortransport in das niedersächsische Gorleben. Der Castor wird dabei vermutlich auch wieder durch Wohngebiete in Hannover fahren.

„Leuchtender Protest“ zeitgleich in 46 deutschen Städten

Mobilisiert werden soll auch für die geplante Großdemonstration im Wendland am 26. November. Es wird daher auch Auskunft zu Anlaufstellen für Übernachtung und Verpflegung gegeben.
Bei Einbruch der Dämmerung (ab ca. 16:30 Uhr) wird zudem ein „Leuchtender Protest“ gestartet. Ein fast zwei Meter großes gelbes Advents-X wird mit Kerzen bestückt und von Windteelichtern, Fackeln und Atomfässern flankiert. Ein großes Banner und Aktivisten in weißen Schutzanzügen fordern damit den Ausstieg aus dem geplanten Atommüll-Endlager in Gorleben.

Der Castor darf nicht rollen: Strahlung am Zwischenlager Gorleben zu hoch

Dieser Castortransport darf nicht nach Gorleben rollen, denn der Strahlengrenzwert am Zwischenlager Gorleben wird in diesem Jahr überschritten. Die niedersächsische Landesregierung setzt sich hier über Recht und Gesetz hinweg.

Greenpeace hat vergangene Woche nachgewiesen, dass das zuständige niedersächsische Umweltministerium erhebliche Fehler bei der Berechnung der Strahlengrenzwerte gemacht hat. Eine Analyse der unabhängigen Umweltschutzorganisation ergab für das Jahr 2011 eine Strahlung oberhalb des Grenzwertes von 0,3 Millisievert pro Jahr. Dies hätte zu einem Einlagerungsstopp für weiteren hochradioaktiven Atommüll führen müssen. Das Ministerium ignorierte allerdings diese Berechnungen und gab bekannt, dass der nächste Castortranport rollen dürfe. Bislang werden bereits 97 Castoren aus der Wiederaufarbeitung im Gorlebener Zwischenlager verwahrt, da in Deutschland kein Endlager für hochradioaktiven Müll existiert.

Jeder weitere Castor zementiert Gorleben als Endlagerstandort

Wenige Meter vom Zwischenlager entfernt baut die Bundesregierung an einem ihrer Meinung nach möglichen Endlager im Salzstock Gorleben. Mit jedem Castortransport wird der Salzstock Gorleben als Endlagerstandort zementiert. Das dürfen wir nicht zulassen. Gorleben ist aus geologischen Gründen als Endlager ungeeignet. Für den Salzstock gab es nie ein wissenschaftliches Auswahlverfahren. Unter dem Salzstock liegt das größte Erdgasvorkommen Deutschlands, darin gibt es bereits Laugenvorkommen. Ein sicherer Einschluss radioaktiver Stoffe kann nicht gewährleistet werden. Trotzdem halten Atomindustrie und Politik seit über 30 Jahren an diesem Standort fest.

Am 24. November soll nun der Transport von elf Castorbehältern aus der französischen Wiederaufbereitungsanlage La Hague ins niedersächsische Wendland starten. Die elf Castoren beinhalten ein Vielfaches an Radioaktivität wie bei dem Super-GAU in Fukushima in die Umwelt gelangt ist. Ab 2014 sollen außerdem weitere Transporte aus der Wiederaufarbeitungsanlage Sellafield (England) folgen.

 

Datum

05 November 2011
Vorbei!

Uhrzeit

16:00 - 17:00