Kennst Du das schmutzige Geheimnis von ZARA?

Bundesweit haben heute Greenpeace-Aktivisten mit Schneespray den Schriftzug „Detox“ („Entgiften“) auf Schaufenster der Modekette Zara gesprüht – auch in Hannover in der Großen Packhofstraße 1. Sie fordern damit das Unternehmen auf, schadstofffrei zu produzieren. Ein aktueller Textilien-Test von Greenpeace belegt Rückstände von gesundheits- und umweltschädlichen Chemikalien in Zara-Textilien.

+++ ERFOLG | 29.11.2012: Spanische Modekette Zara beugt sich öffentlichem Druck und will ihre Textilien entgiften. Mehr unter: www.greenpeace.de +++

Wir überreichten den Mitarbeiterinnen der Zara-Filiale zudem einen entsprechenden Informationsbrief und eine gedruckte Ausgabe des Textilien-Tests. Greenpeace hat unter anderem Zara-Kleidung für Damen und Kinder getestet und fortpflanzungsschädigende sowie krebserregende Schadstoffe gefunden: Eine Kinderjacke aus China wies hohe Rückstände von Nonylphenolethoxylaten (NPE) auf. Auch in Kinderkleidung aus Vietnam und Bangladesch sowie einem Cocktailkleid für Damen aus Indien wurden NPE gemessen. Im Abwasser wandeln sich NPE zu  giftigem Nonylphenol um. In Pakistan hergestellte Kinderjeans enthielten zudem krebserregende Amine aus Azofarbstoffen.

Fast Fashion: Kurz im Kleiderschrank – lange in der Umwelt

Mode mit viel Chemie wird massenhaft produziert: Allein Zara, das größte globale Fast-Fashion-Unternehmen, verkauft 850 Millionen Textilien pro Jahr. Die spanische Inditex-Gruppe, zu der Zara gehört, betreibt 5.900 Geschäfte in 85 Ländern – in Deutschland führt Inditex in 46 Städten Zara-Geschäfte. Die Schaufenster von Filialen in 23 Städten haben Greenpeace-Aktivisten heute mit Schneespray verziert.

Das Tragen der Kleidung ist nicht unmittelbar gesundheitsschädlich. Doch aus Textilfabriken und privaten Waschmaschinen gelangen große Mengen Gift in Gewässer – und über die Umwelt und die Nahrung auch ins menschliche Blut. Bis zu 200 Tonnen Wasser werden für eine Tonne Textilien gebraucht. Kleidung wird in der Herstellung mehrmals gewaschen: In fertigen T-Shirts und Hosen sollen sich möglichst wenig Rückstände der mehreren tausend Chemikalien finden, die zum Färben, Bedrucken und Imprägnieren eingesetzt werden können. Diese zum Teil gesundheitsschädlichen Chemikalien bleiben im Abwasser der Fabrik und können durch Kläranlagen nicht vollständig gefiltert werden. Greenpeace-Untersuchungen belegten bereits im Jahr 2011, dass Textilchemikalien durch Fabrikabwässer im Herstellungsland und die Haushaltswäsche im Absatzland freigesetzt werden können.

Protest für giftfreie Textilien und mehr Transparenz

Mit der Kampagne Detox fordert Greenpeace alle Textilhersteller auf zu entgiften. Einige Marktführer haben daraufhin eine zeitnahe giftfreie Produktion angekündigt: Die Sportartikelhersteller Puma, Adidas, Nike, Li Ning und die Modemarken H&M, C&A und Marks & Spencer.

Lassen auch Sie sich nicht zu unfreiwilligen Komplizen bei der Wasserverschmutzung machen. Sagen Sie Zara und anderen Modemarken, sie sollen saubere Textilien produzieren! Um Verbrauchern den Einkauf giftfreier Mode zu erleichtern, hat Greenpeace einen neuen Ratgeber zu Textillabeln veröffentlicht. Die Broschüre können Sie kostenfrei bei Greenpeace unter 040-30618 120 bestellen.